Berufsbildungsbericht 2010: 47,3% nicht ausbildungsreif
17. März 2010 von mwinterhoffGerade erst war es in allen Zeitungen und Online-Medien zu lesen: Der Berufsbildungsbericht 2010 der Bundesregierung stellt unmissverständlich fest, dass es einem erschreckend hohen Anteil von Schulabgängern an der nötigen Ausbildungsreife fehlt.
Damit wird letztlich nur ein Gefühl, das in Betrieben und in Berufsbildungseinrichtungen schon lange vorhanden ist, offiziell als Fakt benannt. Soziale Kompetenzen fehlen genauso wie fachliche, und zwar mittlerweile offensichtlich in einem Maße, das auf keiner Ebene mehr ignoriert werden kann.
In der oben genannten Meldung findet die in „Warum unsere Kinder Tyrannen werden“ beschriebene Analyse der Auswirkungen von Beziehungsstörungen zwischen Erwachsenen und Kindern leider eine weitere Bestätigung. Kinder und Jugendliche, die nicht die notwendige psychische Reifeentwicklung durchlaufen konnten, bekommen als junge Erwachsene Schwierigkeiten beim Einstieg ins Berufsleben. Sie treffen oft zum ersten Mal auf eine Situation, in der Anforderungen nicht mehr gesenkt werden können, sondern einfach erfüllt werden müssen.
Es ist möglich, dieser Misere zu begegnen, wenn psychische Unreife als Hintergrund für die Entwicklung reflektiert und akzeptiert wird. Darauf aufbauend könnten neue Handlungsweisen und ein neues Bewusstsein bei Chefs, Ausbildern, Personalverantwortlichen und Berufsschullehrern – aber auch bei Eltern – entstehen und zu einer Verbesserung der Situation beitragen.
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